Kamera läuft im Norden: Film- und Seriendrehorte in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein, das nördlichste Bundesland Deutschlands, hat sich mit seinen vielfältigen Landschaften und historischen Städten als begehrte Kulisse für Film- und Fernsehproduktionen etabliert. Von idyllischen Gutshöfen über malerische Küstenorte bis hin zu urbanen Szenerien bietet die Region eine beeindruckende Bandbreite an Drehorten, die sowohl nationale als auch internationale Produktionen anziehen.

Schleswig-Holstein als Filmkulisse

Die landschaftliche Vielfalt Schleswig-Holsteins – geprägt von Nord- und Ostseeküsten, sanften Hügeln, Seenlandschaften und historischen Städten – macht das Bundesland zu einem attraktiven Standort für Filmschaffende. Die authentischen Kulissen verleihen Produktionen eine besondere Atmosphäre und tragen zur visuellen Erzählkraft bei.

Zahlreiche bekannte Produktionen haben Schleswig-Holstein als Drehort gewählt:

  • „Immenhof“-Filme: Die beliebten Heimat- und Pferdefilme der 1950er Jahre wurden auf Gut Rothensande bei Malente gedreht, das als Kulisse für den fiktiven Immenhof diente. Das Gut wurde später aufwendig saniert und beherbergt heute das „Hotel Gut Immenhof“.
  • „Neuer Wind im Alten Land“: Die mehrteilige Serie des ZDF spielt im Alten Land. Wir haben für Sie einige der Drehorte zu „Neuer Wind im Alten Land“ ausfindig gemacht.
  • Neues aus Büttenwarder: Die NDR-Kultserie spielt im fiktiven Dorf Büttenwarder. Als Drehort für den Gasthof „Unter den Linden“ dient das Hotel „Stormarnsche Schweiz“ in Grönwohld.
  • „Praxis mit Meerblick“ – die Serie wurde unter zwar nicht in Schleswig-Holstein, sondern auf Rügen gedreht. Die Drehorte der Serie „Praxis mit Meerblick“ finden Sie bei prisma.de.
  • „Die Guldenburgs“: Die ZDF-Serie aus den 1980er Jahren nutzte Schloss Wotersen als Hauptdrehort für das Anwesen der Familie Guldenburg. Das barocke Schloss liegt in der Nähe von Büchen und diente als zentrale Kulisse der Serie.
  • „Morden im Norden“: Die Krimiserie spielt in Lübeck und Umgebung. Zahlreiche Szenen wurden in der historischen Altstadt Lübecks gedreht, wodurch die Stadt einen prägenden Charakter in der Serie erhält.
  • „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“: Die Neuverfilmung des Kinderklassikers von 2015 nutzte Friedrichstadt als Kulisse für die fiktive Kleinstadt Tütermoor. Die charakteristischen Grachten und historischen Gebäude Friedrichstadts trugen zur märchenhaften Atmosphäre des Films bei. ACE
  • „Restrisiko“: Der Katastrophenfilm von 2011 nutzte verschiedene Orte in der Gemeinde Seester als Kulisse. Die ländliche Umgebung und die Nähe zur Elbe boten passende Szenerien für die Handlung.
  • „Dreamgate“: Dieser Fantasy-Jugendfilm aus dem Jahr 2000 wurde größtenteils auf der Insel Helgoland sowie auf Gut Hasselburg gedreht. Die beeindruckenden Landschaften und historischen Gebäude Schleswig-Holsteins trugen zur mystischen Atmosphäre des Films bei.
  • „Unter anderen Umständen“: Die ZDF-Krimireihe nutzt den Wikingturm in Schleswig sowohl im Vorspann als auch in verschiedenen Folgen als markanten Handlungs- und Drehort. Das 90 Meter hohe Wohnhochhaus prägt die Skyline der Stadt und bietet eine beeindruckende Kulisse.

Hinter den Kulissen: Wie Produktionen in den Norden kommen

Die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein ist weit mehr als nur ein finanzieller Unterstützer – sie fungiert als zentraler Impulsgeber für die regionale Filmwirtschaft und gestaltet den gesamten Produktionsprozess aktiv mit. Die Institution wurde eingerichtet, um Filmschaffende aus dem In- und Ausland anzuziehen und ihnen ein attraktives, strukturiertes Umfeld zu bieten. Dabei arbeitet sie eng mit regionalen Behörden und lokalen Wirtschaftspartnern zusammen, um einen reibungslosen Ablauf von Dreharbeiten zu gewährleisten. Neben der Bereitstellung von Fördermitteln für Projekte übernimmt die MOIN Filmförderung auch die logistische Unterstützung. Dazu gehört die Hilfe bei der Organisation von Drehgenehmigungen, die Bereitstellung von Infrastruktur und der Zugang zu modernen Produktionsstätten, was besonders für umfangreiche Filmprojekte von zentraler Bedeutung ist.

Die MOIN Filmförderung wird aus öffentlichen Mitteln der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein finanziert und arbeitet nicht gewinnorientiert, sondern verfolgt das Ziel, die Film- und Medienkultur sowie die Filmwirtschaft in der Region zu stärken.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt ihrer Arbeit ist die Förderung lokaler Fachkräfte. Durch gezielte Maßnahmen und den Aufbau eines weitreichenden Netzwerks unterstützt die MOIN Filmförderung die Einbindung regionaler Dienstleister, Techniker und kreativer Köpfe. Dies führt nicht nur zu einer höheren Qualität der Produktionen, sondern stärkt auch den Wirtschaftsstandort, indem lokale Unternehmen von den Filmprojekten profitieren. Insbesondere in Zeiten, in denen Produktionen zunehmend international vernetzt sind, sorgt die Förderung für den Aufbau nachhaltiger Partnerschaften zwischen Filmschaffenden und regionalen Experten.

Darüber hinaus ist die MOIN Filmförderung ein wichtiger Akteur, wenn es darum geht, innovative und experimentelle Projekte zu realisieren. Neben klassischen Filmproduktionen werden auch unabhängige und kreative Ansätze unterstützt, die frische Impulse in die Filmbranche einbringen. Durch diese Vielfalt wird nicht nur ein breites Spektrum an filmischen Erzählweisen gefördert, sondern auch Schleswig-Holstein als vielseitigen und attraktiven Drehort in den Fokus nationaler und internationaler Produktionen gerückt.

Insgesamt leistet die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein einen bedeutenden Beitrag zur Etablierung eines nachhaltigen Filmstandorts in der Region. Mit ihrem umfassenden Angebot – von finanzieller Förderung über logistische Unterstützung bis hin zur Einbindung lokaler Fachkräfte – schafft sie die Voraussetzungen für erfolgreiche Produktionen, die weit über die reine Filmkunst hinaus auch positive wirtschaftliche Impulse setzen. Diese integrative Förderung macht Schleswig-Holstein zu einem immer attraktiveren Ziel für Filmprojekte aller Art.

Touristische Wirkung: Auf den Spuren der Drehorte

Die Popularität von Filmen und Serien hat in den vergangenen Jahren zu einem spürbaren Anstieg des sogenannten Filmtourismus in Schleswig-Holstein geführt. Immer mehr Menschen reisen gezielt an Orte, die sie aus ihren Lieblingsproduktionen kennen, um die filmische Atmosphäre selbst zu erleben. Diese Art des Tourismus ist nicht nur Ausdruck emotionaler Bindung an fiktionale Welten, sondern auch ein wachsender wirtschaftlicher Faktor in der Region.

Ein besonders anschauliches Beispiel ist das Gut Rothensande bei Malente, das durch die „Immenhof“-Filme bundesweite Bekanntheit erlangte. Nach Jahren des Verfalls wurde das Gut aufwendig saniert und 2021 als „Hotel Gut Immenhof“ neu eröffnet. Besucher können heute nicht nur in originalgetreu restaurierten Räumen übernachten, sondern auch thematische Führungen buchen, bei denen Hintergründe zur Filmgeschichte und zur Entstehung der Kultreihe vermittelt werden. Damit wurde ein Ort filmischer Erinnerung erfolgreich in ein touristisches Gesamterlebnis überführt.

Auch in Kappeln an der Schlei, dem Hauptdrehort der ZDF-Serie „Der Landarzt“, ist der Einfluss des Fernsehens bis heute spürbar. Der sogenannte Lindauhof, in der Serie die Praxis von Dr. Teschner, wurde ebenfalls in ein Café umgewandelt. Besucher finden dort nicht nur Erinnerungen an die Produktion, sondern auch ein bewusst gepflegtes Flair, das an die Serienwelt anknüpft. Kappeln nutzt seine Rolle als Drehort aktiv im Stadtmarketing – so etwa durch Themenrouten oder Hinweisschilder an bekannten Drehplätzen.

Ein weiteres Ziel für Fans ist das Schloss Wotersen bei Büchen, das als Hauptkulisse für die Serie „Die Guldenburgs“ diente. Heute ist das barocke Anwesen nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch Ort für Kulturveranstaltungen und Konzerte. Der historische Hintergrund und die mediale Bekanntheit ergänzen sich dabei zu einem attraktiven touristischen Angebot.

Die Stadt Wismar wiederum profitiert bis heute von ihrer Rolle als Kulisse für den Stummfilmklassiker „Nosferatu“. Die Filmgeschichte wird dort aktiv gepflegt – etwa durch Führungen zu Originaldrehorten oder durch Veranstaltungen im Rahmen von Jubiläen. Die Stadt nutzt den Kultstatus des Films gezielt, um kulturinteressierte Touristen anzusprechen, und hebt dabei die Verbindung zwischen Stadtbild und filmischer Ästhetik hervor.

Auch für kleinere Orte und Regionen bietet der Filmtourismus Chancen. In Grönwohld, wo „Neues aus Büttenwarder“ gedreht wurde, hat sich der Gasthof „Unter den Linden“ zu einem regelrechten Pilgerort für Fans entwickelt. Obwohl die Serie seit 2021 nicht mehr fortgeführt wird, bleibt das Interesse an den Drehorten ungebrochen – ein Zeichen dafür, wie nachhaltig sich Medieninhalte auf die Wahrnehmung von Orten auswirken können.