Geisterflüge im Abflugplan
Wer am Dienstag, dem 17. März 2026, den Abflugplan des Hamburg Airport aufruft, findet dort nach wie vor den Emirates-Flug EK 060 nach Dubai – geplanter Abflug um 14:40 Uhr, Terminal 1, Gate B53. Was wie ein regulärer Flugbetrieb aussieht, ist in Wahrheit Makulatur. Denn der Flughafen warnt auf seiner eigenen Website (STand: 17.03.2026): „Die Abendflüge nach Dubai sowie die Flüge nach Erbil finden zurzeit nicht statt.“ Die Verbindungen würden „aus technischen Gründen“ weiterhin im System angezeigt.

Für Reisende ist das eine Situation, die für Verwirrung sorgt. Wer sich allein auf die Abflugtafel verlässt, könnte vergeblich zum Flughafen fahren.
Drohnenangriff auf Dubai verschärft die Lage
Die ohnehin angespannte Situation im Luftverkehr hat sich am Wochenende weiter zugespitzt. Am Sonntag, dem 16. März, wurde der Flughafen Dubai stundenlang geschlossen. Eine Rauchsäule stieg über dem Flughafengelände auf, der Flugverkehr musste komplett eingestellt werden Emirates reagierte mit weiteren Flugstreichungen – auch am Standort Hamburg. Der Flughafen Dubai gab dazu eine Meldung auf X heraus.
Welche Airlines betroffen sind
Die Ausfälle am Hamburg Airport betreffen mehrere Fluggesellschaften. Bereits Anfang März hatten Emirates, Qatar Airways und Eurowings Verbindungen von und nach Dubai, Doha, Tel Aviv und Erbil gestrichen, wie der Hamburger Flughafen mitteilte.
Die Lufthansa Group – zu der neben Lufthansa auch Eurowings, Swiss und Austrian Airlines gehören – hat ihre Flüge in den Nahen Osten sukzessive verlängert. Betroffen sind laut aktuellem Stand:
- Dubai und Abu Dhabi: gestrichen bis mindestens 28. März adac
- Erbil und Amman: ebenfalls bis mindestens 28. März
- Beirut: gestrichen bis mindestens 28. März
- Tel Aviv: gestrichen bis mindestens 2. April
- Teheran: bis auf Weiteres ausgesetzt
Auch Flüge nach Dammam in Saudi-Arabien waren zeitweise betroffen.
Hintergrund: Angriffe in der Golfregion
Auslöser der massiven Flugausfälle sind die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, die seit Anfang März 2026 auch die Golfregion direkt betreffen. Die Angriffe haben den Luftraum über weiten Teilen des Nahen Ostens unsicher gemacht. Mehrere Flughäfen in der Region – darunter Dubai, Abu Dhabi, Doha und Maskat – waren zeitweise komplett gesperrt.
Das Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für die gesamte Golfregion ausgesprochen .faz Tausende deutsche Urlauber saßen zeitweise in Dubai und anderen Destinationen fest. Der Reiseveranstalter TUI kündigte an, Urlauber mit Sonderflügen nach Deutschland zurückzuholen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Passagiere, die Flüge ab Hamburg in die betroffenen Regionen gebucht haben, sollten sich direkt bei ihrer Airline über den Status ihrer Buchung informieren. Der Flughafen Hamburg rät, sich nicht auf die Anzeige im Abflugplan zu verlassen. Wer keine Flugbestätigung erhalten hat, sollte sich nicht zum Flughafen begeben.
Bei annullierten Flügen haben Passagiere grundsätzlich Anspruch auf eine Erstattung des Ticketpreises oder eine Umbuchung. Ob darüber hinaus Entschädigungsansprüche nach der EU-Fluggastrechteverordnung bestehen, hängt davon ab, ob die Airlines die Streichungen als „außergewöhnliche Umstände“ einstufen – was bei einer kriegerischen Auseinandersetzung in der Regel der Fall ist.
Kein Ende in Sicht
Wann der reguläre Flugverkehr zwischen Hamburg und den Golfstaaten wieder aufgenommen wird, ist derzeit nicht absehbar. Die Lufthansa Group hat die Aussetzung ihrer Nahost-Flüge bereits mehrfach verlängert. Solange die Sicherheitslage in der Region instabil bleibt, dürften die Verbindungen nach Dubai und Erbil am Hamburg Airport weiter ausfallen – auch wenn sie im Abflugplan stehen.



