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Hinter den Kulissen von "Neuer Wind im Alten Land"

Wie ein Familienhof bei Hamburg zur ZDF-Filmkulisse wurde
Millionen Zuschauer kennen die Bilder aus der ZDF-Reihe „Neuer Wind im Alten Land“: alte Höfe, Obstplantagen und norddeutsche Idylle. Doch einer der wichtigsten Drehorte ist keine gebaute Filmkulisse, sondern ein echter Familienhof in Moorburg. Klaus und Marcia Rüpke erzählen, wie ihr Zuhause plötzlich Teil einer Fernsehserie wurde, warum die Dreharbeiten ihren Alltag kaum aus der Ruhe brachten – und weshalb der Hof auch ohne Kameras genau die Atmosphäre ausstrahlt, die Zuschauer an der Reihe so mögen.

Wenn im ZDF die Obstplantagen des Alten Landes im Abendlicht leuchten, wenn auf alten Höfen gefeiert, diskutiert und gelebt wird, dann wirkt vieles wie eine sorgfältig gebaute Filmwelt. Tatsächlich aber entstehen viele Szenen der Reihe „Neuer Wind im Alten Land“ auf einem ganz normalen Familienhof in Moorburg.

„Normal“ ist dabei vielleicht das falsche Wort. Denn wer den Hof der Familie Rüpke besucht, merkt schnell, warum er für Filmproduktionen interessant geworden ist.

Dabei liegt das Anwesen keineswegs irgendwo abgeschieden im Bilderbuch-Alten-Land. Nur etwa einen Kilometer entfernt verläuft die A7, wenige Kilometer weiter liegt das Airbus-Werk in Hamburg-Finkenwerder. Flugzeuge ziehen regelmäßig über die Gegend hinweg. Und trotzdem wirkt der Hof wie ein ruhiger Gegenpol zum Hamburger Süden.

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Klaus Rüpke glaubt, dass genau das den Reiz ausmacht. Wie die Produktion damals auf den Hof aufmerksam wurde, weiß er selbst nicht genau. Schon früher habe es Anfragen für andere Filmprojekte gegeben, unter anderem für die Verfilmung von „Altes Land“ mit Iris Berben oder für einen Tatort. Der eigentliche Auslöser war offenbar ein Zufall: Für Drohnenaufnahmen im Auftrag von Autobild wurde einmal eine Wiese gesucht. Dabei fiel offenbar auf, wie besonders das Gelände wirkt. Später landete der Hof auf einer Liste möglicher Drehorte.

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Dass daraus einmal eine feste Kulisse für eine erfolgreiche ZDF-Reihe werden würde, ahnte damals wohl niemand.

„Die Hauptdarsteller hatten keinerlei Dünkel.“

Für Klaus Rüpke und seine Frau Marcia waren die Dreharbeiten vor allem eine spannende Erfahrung. „Es hat uns viel Freude bereitet“, erzählt er. Besonders überrascht habe ihn, wie offen und unkompliziert die Menschen am Set gewesen seien. „Die Hauptdarsteller hatten keinerlei Dünkel.“

Mit Felicitas Woll und Steve Windolf entstand über die Zeit sogar ein persönlicher Kontakt. Wenn im Juni und September erneut gedreht wird, soll es auch wieder private Treffen am Rande geben.

Dass plötzlich das eigene Zuhause Teil einer Fernsehproduktion wird, sei ein schönes Gefühl gewesen, sagt Rüpke. Besonders die Abendszenen auf der Terrasse aus einem der letzten Filme seien ihm in Erinnerung geblieben. „Einfach traumhaft in Szene gesetzt.“

Trotzdem verliert er nie den Blick für die Realität hinter der Fernsehgeschichte. Vieles an der Darstellung des Obstbaus hält er durchaus für authentisch. „Die Darstellung des Obstbauern mit seinen Alltagssorgen ist treffend“, sagt er. Gleichzeitig sei klar gewesen, dass die Serie keine Dokumentation werden solle. „Der Film soll keine Doku über Obstbau sein, sondern ein modernes Märchen.“

Vielleicht funktioniert die Serie gerade deshalb so gut, weil sie sich zwar an der Realität orientiert, diese aber nicht vollständig erklären will.

Dass der Hof heute so besonders wirkt, hat allerdings wenig mit Fernsehen zu tun. Vieles davon ist über Jahre gewachsen.

Vor allem Marcia Rüpke prägt die Atmosphäre des Hofes sichtbar mit. Die gebürtige Brasilianerin kam vor vielen Jahren nach Moorburg. Blumen, Gärten und Gestaltung spielten dabei schon immer eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Bereits vor Jahren sagte sie in einem lokalen Porträt: „Mein Garten ist meine Leidenschaft.“

Wer den Hof kennt, versteht sofort, was sie meint.

Zwischen Obstbäumen, Blumen und dekorierten Außenbereichen wirkt vieles mit viel Liebe zum Detail gestaltet, ohne künstlich zu erscheinen. Neben dem Obstbau entstand über die Jahre auch ein Blumenbereich. Außerdem engagiert sich Marcia Rüpke bei den Landfrauen in Hamburg, organisiert kreative Nachmittage und gemeinsame Aktionen vor Ort.

Genau diese Mischung aus Alltag, Gemeinschaft und Gestaltung scheint den Hof für die Kamera interessant zu machen. Denn die Filmproduktion musste dort keine Kulisse erschaffen. Sie war längst vorhanden.

Einen großen Besucheransturm habe die Serie übrigens nicht ausgelöst, erzählt Klaus Rüpke. Zwar hätten vereinzelt Urlauber den Hof wiedererkannt, viel stärker als erwartet sei die Resonanz aber nicht gewesen. Vielleicht passe auch das ganz gut zum Charakter des Ortes.

Der Hof der Familie Rüpke wirkt jedenfalls nicht wie ein Platz, der Aufmerksamkeit sucht. Eher wie einer jener Orte, die durch Ruhe, Persönlichkeit und Atmosphäre auffallen. Und genau deshalb vermutlich so gut ins Fernsehen passen.