Der Schienenpersonennahverkehr in Schleswig-Holstein soll in den kommenden Jahren leistungsfähiger werden. Mit dem neuen Landesweiten Nahverkehrsplan legt das Land die verkehrspolitischen Ziele für den Zeitraum von 2027 bis 2031 fest. Im Mittelpunkt stehen zusätzliche Zugkapazitäten, neue Direktverbindungen und der Ausbau wichtiger Bahnstrecken.
Auf mehreren stark nachgefragten Verbindungen sollen künftig längere Züge oder Doppelstockwagen eingesetzt werden. Das betrifft unter anderem die Strecken zwischen Hamburg und Itzehoe, Hamburg und Wrist sowie Hamburg und Büchen. Auch im sogenannten Akkunetz zwischen Kiel, Flensburg, Husum und Lübeck plant das Land größere Fahrzeugkapazitäten, um auf steigende Fahrgastzahlen zu reagieren.
Zu den wichtigsten Projekten zählt die neue Regionalexpresslinie RE78. Sie soll Kiel über Neumünster, Bad Segeberg und Bad Oldesloe direkt mit Hamburg verbinden. Voraussetzung dafür sind die Elektrifizierung der Strecke zwischen Neumünster und Bad Oldesloe, abschnittsweise zweigleisige Ausbauten sowie eine Ertüchtigung für Geschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde. Die neue Verbindung soll insbesondere den Pendlerverkehr zwischen Kiel und der Metropolregion Hamburg beschleunigen und gleichzeitig das bestehende Bahnnetz entlasten.
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Jetzt bei Google einstellenAuch im Hamburger Umland setzt das Land auf den weiteren Ausbau des S-Bahn-Netzes. Die S5 soll künftig Hamburg direkt mit Quickborn, Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen verbinden. Gleichzeitig wird der Ausbau der S4 in Richtung Ahrensburg, Bargteheide und Bad Oldesloe fortgeführt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bahnknoten Elmshorn. Zwischen Elmshorn und Pinneberg sollen zwei zusätzliche Gleise entstehen, um den stark frequentierten Abschnitt leistungsfähiger zu machen. Darüber hinaus sind neue Stationen in Elmshorn Süd und Pinneberg Nord vorgesehen.
Für die Westküste sieht der Nahverkehrsplan ebenfalls weitreichende Maßnahmen vor. Die Marschbahn nach Westerland soll elektrifiziert werden. Zusätzlich ist vorgesehen, die Strecke zwischen Niebüll und Sylt abschnittsweise zweigleisig auszubauen. Die Verbindung gilt als eine der wichtigsten Bahnstrecken des Landes und ist sowohl für Pendler als auch für den Tourismus und die Versorgung der Insel Sylt von zentraler Bedeutung.
In der Region Kiel soll die Bahnstrecke zum Schönberger Strand weiter reaktiviert werden. Außerdem ist eine neue Pendelverbindung zwischen Kiel und Preetz geplant. Im Raum Lübeck sieht der Nahverkehrsplan zusätzliche Direktverbindungen aus Neustadt, Sierksdorf und Bad Schwartau nach Hamburg vor.
Auch Flensburg soll langfristig besser an das Bahnnetz angebunden werden. Geplant sind ein neuer Innenstadtbahnhof an der Hafenspitze sowie ein zusätzlicher Bahnhof in Flensburg-Weiche, der sowohl den Regional- als auch den Fernverkehr aufnehmen soll.
Darüber hinaus hält das Land an der geplanten Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg-Bergedorf und Geesthacht fest. Die Verbindung könnte insbesondere Pendlern aus dem Herzogtum Lauenburg eine attraktive Alternative zum Auto bieten.
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen bezeichnet den Ausbau des Schienenverkehrs als notwendige Antwort auf die wachsende Nachfrage und die zunehmenden Kapazitätsengpässe im bestehenden Bahnnetz. Der Landesweite Nahverkehrsplan bündele sowohl kurzfristig umsetzbare Verbesserungen als auch langfristige Infrastrukturprojekte, um den Bahnverkehr im Land zukunftsfähig aufzustellen.
Der Nahverkehrsplan beschreibt die verkehrspolitischen Ziele des Landes für die Jahre 2027 bis 2031. Wann einzelne Projekte tatsächlich umgesetzt werden, hängt unter anderem von Planungs- und Genehmigungsverfahren, der Finanzierung sowie Entscheidungen des Bundes und der Deutschen Bahn ab.
Quellen: Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus Schleswig-Holstein vom 10. Juli 2026 zum Landesweiten Nahverkehrsplan 2027–2031 sowie der Landesweite Nahverkehrsplan Schleswig-Holstein.

